Hygieneprävention und Maßnahmen bei Infektion mit SARS-CoV-2 oder Covid-19

Hygieneprävention und Maßnahmen bei Infektion mit SARS-CoV-2 / Covid-19

Effektive Hygienemaßnahmen für ein nachhaltiges Leben

SARS-CoV-2 hat unserer Gesellschaft und der gesamten Weltbevölkerung wieder einmal vor Augen geführt, dass ohne effektive Hygienemaßnahmen ein nachhaltiges Leben nicht möglich ist. Schon die Griechen beschrieben mit dem Wort ὑγιεινή [τέχνη] hygieinḗ die „der Gesundheit dienende Kunst“.

Selbstverständlich bedarf Hygiene weiterhin ausgebildeter Spezialisten, die effektive und notwendige Maßnahmen von reinem Aktionismus differenzieren und diese Maßnahmen qualifiziert umsetzen. Die aktuelle globale Situation zeigt uns ebenfalls, dass unkoordinierte Hygienemaßnahmen nur bedingt erfolgreich sind, und eine infrastrukturelle Bedrohung für unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben darstellen.

Kurzum: effektiver und effizienter Gesundheitsschutz bedarf eines zentralen Organs, welches die verschiedenen Bereiche der Hygiene versteht, bewertet und dementsprechend umsetzt. Um zukünftige Epidemie- und Pandemieverläufe abzuschwächen, ist auf eine frühzeitige, gründliche, qualifizierte und fortlaufende Prävention zu setzen. Viele Unternehmen stehen mit dieser Infektionsgefahr des Virus vor neuen Herausforderungen. Welche Konsequenzen aus dieser neuartigen Situation resultieren werden kann niemand voraussagen.

Wir möchten Ihnen hier einen Leitfaden zur richtigen Vorgehensweise zur Hygieneprävention, aber auch für bestätigte Fälle an die Hand geben:

1. Was ist zu tun, wenn ein bestätigter COVID-19 Fall oder ein Verdachtsfall vorliegen?

Hier gilt es, zwischen folgenden Szenarien zu unterscheiden:

  1. Eine Betriebsunterbrechung ist nicht möglich bzw. muss vermieden werden

    In diesem Falle müssen die betroffenen Räumlichkeiten ggf. die gesamte Produktionsfläche oder Büroräume gereinigt und desinfiziert werden. Bereits eine gründliche Reinigung durch staatlich geprüfte Desinfektoren reduziert die Keimlast um 99,99%. Mit der anschließenden Desinfektion kann eine Krankheitsübertragung durch etwaige Viren nahezu ausgeschlossen werden, da die Keimlast um weitere vier Logstufen reduziert wurde. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Reinigung und die anschließende Desinfektion durch einen staatlich geprüften Desinfektor durchgeführt wird, da nur so eine sachgemäß Dienstleistungserbringung nach den aktuellen Regeln der Technik gewährleistet ist.

  2. Der Betrieb ist für mehrere Wochen eingestellt und wird danach wieder aufgenommen

    Die "Lebensdauer" von Viren und insbesondere von SARS-CoV-2 ist aktuell ein vieldiskutiertes Thema, zu dem es momentan noch verschiedene Ansichten gibt. Meta-Studien der Universität Greifswald zeigten, dass SARS-CoV-1 und MERS-Coronaviren bis zu 9 Tagen auf Oberflächen überleben können. Neueste Studien im New England Journal of Medicine Study zeigten, dass Viren bis zu 72 Stunden auf einer Plastikoberfläche "überleben" können, wobei man hier das Wort "leben" kritisch hinterfragen sollte, da ein Virus ohne eine Wirtszelle keinen eigenen Metabolismus besitzt und damit per se kein Lebewesen ist. Wichtig ist hier jedoch zu erwähnen, dass die Virusmenge nach 72 Stunden nur noch 0,1% der geimpften Menge betrug. Eine Übertragung wäre somit möglich, jedoch relativ unwahrscheinlich. Sollte Ihr Betrieb daher für mehrere Wochen eingestellt worden sein, empfehlen wir lediglich eine Grundreinigung vor Betriebsaufnahme um etwaige Protein- und RNA-Reste des Virus aufzunehmen.
2. Bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen: Reinigung und Desinfektion im Verdachtsfall

Eine Desinfektion ist im Allgemeinen, aber besonders was die Raumlufttechnik betrifft, als gesonderte und eigene Dienstleistung anzusehen. Die Projektplanung, die Wahl der richtigen Desinfektionsmittel und die gewissenhafte, vorangegangene Reinigung der zu desinfizierenden Oberflächen sind einige Punkte, welche eine sinnvolle und wirksame Desinfektion ausmachen.

Die Desinfektion einer Lüftungsanlage / raumlufttechnischen Anlage (RLT-Anlage) in Bezug auf den Coronavirus SARS-CoV-2 bzw. COVID-19 ist grundsätzlich nur dann sinnvoll, wenn:

  • die Abluft Berührungspunkte mit der Zuluft aufweist. Dies ist beispielsweise der Fall bei RLT-Anlagen / Lüftungsanlagen, welche mit Rotationswärmetauschern ausgestattet sind.

  • die Lüftungsanlage die Möglichkeit eines Umluftbetriebes hat. Dabei wird ein Teil der Abluft der Zuluft beigemengt, um Heizkosten zu reduzieren. In diesem Fall fällt die Abluftleitung und der Bereich der Umluftklappe in den Anwendungsbereich der VDI 6022 und hat einen kompromisslosen, hygienischen Zustand aufzuweisen.

  • Auch Sekundärluftgeräte, welche die Raumluft nur ansaugen, bearbeiten und wieder in den Raum abgeben (Klimaanlagen, Luftwäscher, Luftreiniger etc.) sind bei Verdachtsfällen und/oder für präventive Maßnahmen zu desinfizieren.

Richtiges Desinfektionsmittel bei Corona-Verdacht

Die Wahl des korrekten Desinfektionsmittels ist die Basis einer wirkungsvollen Desinfektion. Dabei muss der Desinfektor auf die vermutete mikrobiologische Belastung achten und das Desinfektionsmittel darauf abstimmen. Wird das falsche Desinfektionsmittel angewendet, so sind sämtliche Maßnahmen sinnlos. Im Zuge unserer Desinfektionsverfahren setzen wir ausschließlich Mittel ein, welche nachweisbar das Coronavirus inaktiv setzen können.

ACHTUNG: Viren sind mittels der gängigen Abklatschproben und auch im Rahmen einer VDI 6022 Hygieneinspektion nicht nachweisbar! Das Coronavirus SARS-CoV-2 bzw. COVID-19 ist nach den neuesten Erkenntnissen bis zu neun Tagen an bestimmten Oberflächen noch aktiv. (Untersuchungen der Universitäten Greifswald und der Ruhr-Universität Bochum hatten im Februar ergeben, dass das neuartige Coronavirus auf Oberflächen aus Metall, Glas oder Kunststoff bis zu neun Tage überleben könne.) Unsere geprüften Desinfektoren garantieren nicht nur die lückenlose Einhaltung der Bestimmungen der Richtlinie VDI 6022, sondern sorgen auch dafür, dass eine mögliche Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bzw. COVID-19 nicht über die Lüftungsanlage / raumlufttechnische Anlage stattfinden kann.

Sinnhaftigkeit einer Desinfektion von Lüftungsanlagen

Die Desinfektion Ihrer Lüftungsanlage / raumlufttechnische Anlage sollte nicht erst nach einem Verdachtsfall stattfinden, sondern im besten Falle präventiv. Durch geeignete Desinfektionsmaßnahmen in Lüftungsanlagen stellt man sicher, dass keine pathogenen Verunreinigungen vorhanden sind.

3. Wie bereite ich mich als Unternehmen auf kommende Epidemie- und Pandemiewellen vor?

Internationale Waren- und Personenströme sind aus unserer globalen Welt nicht mehr wegzudenken. Neben all den positiven Aspekten bringen diese Ströme jedoch auch ein gesteigertes Risiko in der Entwicklung von Epidemien oder Pandemien mit sich. Erreger wie das Influenza-A- Virus H5N1 („Vogelgrippe"), das Influenza-A H1N1- Virus („Schweinegrippe“), SARS-CoV, MERS-CoV oder COVID-19 („Coronavirus“) haben deutlich gemacht, welche Auswirkungen eine Epidemie und Pandemie auf unsere Wirtschaft und das tägliche Leben haben können. Unternehmen, staatliche sowie öffentliche Einrichtungen können mit einem tiefgreifenden, umfassenden Epidemie- und Pandemiemanagement die persönlichen Folgen eines solchen Ausbruchs reduzieren. Ein solcher Plan sollte enthalten:

  • Analyse der internen Strukturen
  • Bedarfsermittlung benötigter Ressourcen
  • Maßnahmen zur Vorbereitung auf eine Epidemie- und Pandemiephase
  • Entwicklung einer Informationspolitik während einer Epidemie- und Pandemiephase
  • Aufklärung und Schulung für Mitarbeiter
  • Erstellung von Hygiene- und Ablaufplänen
4. Hygienetücken in Zeiten von SARS-CoV-2 - Stagnation in Trinkwasserinstallationen

Die beschlossenen Ausgangsbeschränkungen und die großflächige Einrichtung von Home-Office Arbeitsplätzen zeigen bereits die ersten positiven Effekte hinsichtlich der Ausbreitung des Virus. Gleichzeitig bedeuten diese Maßnahmen jedoch auch, dass aufgrund der verringerten Nutzerzahlen bzw. der kompletten Schließung von Gebäuden Wasserleitung deutlich weniger bis gar nicht frequentiert werden - ein Zustand der hygenisch sehr problematisch ist.

1) Günstiges Umfeld für das Wachstum von Krankheitserregern wie Legionellen oder E.coli.

Durch das stagnierende, stehende Wasser finden die oben genannten Erreger perfekte Ausgangsbedingungen für ihr Wachstum. Zum einen kann es durch schlecht isolierte und nah beieinander verlaufende Rohre zur Erwärmung des Kaltwassers kommen, zum anderen können rostige, verkalkte oder mit Biofilm bewachsene Rohrleitungen das Wachstum der Erreger begünstigen. Mögliche Erkrankungen durch Legionellen können die Legionellose bzw. Magen-Darm Beschwerden bei E.coli Erregern sein.

2) Bildung von Schmetterlingsmücken

Schmetterlingsmücken (auch Abortfliegen genannt) halten sich gerne in der Nähe von stehendem bzw. verschmutztem Gewässer auf. Die Mücke legt zur Fortpflanzung ihre Eier in der Nähe kleiner, schmutziger und flacher Wasseransammlungen ab. Diese Wasseransammlungen können zum Beispiel Gullys, stehende Wasserleitungen oder Abflussleitungen sein. Zwar können Schmetterlingsmücken nicht stechen und dadurch Krankheiten übertragen, jedoch können durch ihren Körper Krankheitserreger auf Nahrungsmittel etc. übertragen werden und somit aus hygienischer Sicht problematisch werden.

Um diesen Problem vorzubeugen empfiehlt sich aktuell folgendes:

- Spülung aller Leitungen mindestens alle 72 Stunden für mehrere Minuten mit heißem Wasser (dabei Fenster öffnen und den Raum aufgrund möglicher, kontaminierter Aerosole verlassen)

- Verwendung und Einbau spezieller Spüleinrichtungen (sog. "Legionellenschaltung")

- Überprüfung der Trinkwasserqualität mit einer Trinkwasseruntersuchung vor Inbetriebnahme

5. Hygieneplan für Kleinunternehmen

Die von Bund und Ländern beschlossenen Regelungen zur Ladenöffnung von stationären Einzelunternehmen und Kleinunternehmen bis 800 qm sind erste Schritte zur Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Diese erfordern jedoch entsprechende Umsicht und ein gutes Hygienekonzept. 

Für die professionelle und konsequente Umsetzung Ihrer Hygienemaßnahmen in den Bereichen

  • Arbeitshygiene
  • Anforderungen an das Personal
  • Arbeitskleidung
  • Zutritt Verkaufsräume
  • Verhalten von Personal und Kunden in Verkaufsräumen
  • Reinigung und Desinfektion
  • Entsorgung von Abfällen

möchten wir Sie mit unserem "Hygieneplan für Kleinunternehmen" unterstützen.  Außerdem haben wir Ihnen einen beispielhaften Reinigung- und Desinfektionsplan und die Anleitung zum "richtigen Händewaschen" erstellt.

Sollten Sie weitere explizite Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich gerne an unsere Ansprechpartner, die unten mit ihren Kontaktdaten angegeben sind. 

 
Ihre Ansprechpartner für Beratung, Hygienemanagement und Notfälle:
 
Zdenko Engl
Geschäftsführer
+49 177 5524402
Jörg Schönfelder
Inhaber - Notfallmanagement
+49 821 7901 5555
 
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