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Der nächste Skandal kommt bestimmt

 
Ausgabe 48/6. Juni 2013
ISSN 1613 - 9240
 
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Ein Kommentar von Jutta Schedler

Was haben wir uns in den letzten Monaten nicht alles einverleiben müssen: Pferdefleisch in Lasagne und Fleischbällchen, tonnenweise falsch deklariertes Fleisch, Schimmelpilzgifte in Futtermitteln und Milch und obendrein noch Eier, die zur Abwechslung zwar keine Dioxine enthielten, aber statt „Bio“ aus konventioneller Massentierhaltung stammten. Kein Wunder, dass das Vertrauen vieler Verbraucher in unsere Lebensmittel gegen Null tendiert.

Die meisten Lebensmittelskandale, die in schöner Regelmäßigkeit für Schlagzeilen sorgen, verlaufen nach dem gleichen Muster: Erst sind Empörung und Ekel groß, die Medien berichten aufgeregt. Dem folgen endlose Diskussionsrunden und viele Worthülsen der Politiker, ergänzt durch die Ankündigung eines oder mehrerer Aktionspläne. Letztlich geht man wieder zur Tagesordnung über – bis zum nächsten Skandal. Was bleibt, sind ein fader Nachgeschmack und die Gewissheit: Der nächste Skandal kommt bestimmt!

Wie viel sind uns Lebensmittel wert?

Nun kennen wir alle die Preisproblematik, die ohne Zweifel eine der Hauptursachen vieler Lebensmittelskandale ist: Der Preisdruck ist in fast allen Branchen der Lebensmittelwirtschaft und im Handel enorm. Die meisten Deutschen geben nicht gerne viel Geld für Lebensmittel aus. Erst kürzlich sanken die Fleischpreise im Preiskampf der Discounter innerhalb weniger Tage um fast 10 Prozent. Man muss sich schon fragen, wie glücklich Kuh und Landwirt gewesen sein können, wenn das Kilo Rinderhackfleisch für unter fünf Euro zu haben ist. Wie viel sind uns unsere Lebensmittel überhaupt wert? An diesem Punkt kann der mündige Verbraucher ansetzen und aktiv durch sein Kaufverhalten Einfluss nehmen.

Schwer kontrollierbar

Doch auf vieles hat der Verbraucher trotz verantwortlichen Handelns keinen Einfluss. Kriminelle Machenschaften wird es aus Gründen der Profitgier immer geben. Die diskutierten erweiterten Kennzeichnungspflichten dürften daran nicht viel ändern, denn wer heute bewusst Gesetze bricht, wird sich wohl auch morgen nicht an sie halten. Lieferpapiere, Etiketten und Zertifikate sind offenbar leicht zu fälschen. Hinzu kommt, dass wir in unserer globalisierten Welt inzwischen ein System des Lebensmittelhandels geschaffen haben, das per se schwer kontrollierbar ist. Zu komplex sind heutzutage die Lieferketten, zu unüberschaubar das Handelsdickicht aus Erzeugern, Groß- und Zwischenhändlern, meist über viele Ländergrenzen hinweg. Auch mit der viel propagierten Eigenverantwortung ist es bei vielen Lebensmittelunternehmern nicht weit her. Wen wundert´s, dass am Ende dieser weltumspannenden Lebensmittelkette so manche herbe Enttäuschung steht, manchmal sogar wenn „Bio“ draufsteht.

Komplettreform tut Not

Dem globalen Lebensmittelhandel steht – dem Föderalismus sei Dank – eine auf Ebene der einzelnen Bundesländer bzw. auf kommunaler Ebene organisierte amtliche Lebensmittelüberwachung mit reichlich verkrusteten Strukturen gegenüber. Kein Wunder, dass das nicht funktioniert. Für die bundesweit über 400 Überwachungsbehörden gibt es zum Beispiel weder ein einheitliches Qualitätsmanagement noch bundesweite Leistungsvergleiche. Die finanzielle und personelle Ausstattung der Behörden ist miserabel, und ein bundesweiter Informationsaustausch findet nicht statt. Eine Komplettreform der Lebensmittelüberwachung, am besten auf EU-Ebene, tut daher dringend Not. Unerlässlich sind auch effizientere Strukturen, eine verbesserte Qualitätssicherung und mehr Personal in den Überwachungsbehörden. Freilich, das alles kostet Geld – viel Geld und mutige Reformen. Spätestens jetzt wenden sich unsere Politiker lieber einem anderen Thema zu. Und der nächste Skandal kommt bestimmt…

Jutta Schedler ist Diplom-Biologin und Geschäftsführerin der Gecos Hygiene + Consulting GmbH. Als Expertin für Lebensmittelsicherheit und Hygiene betreut sie zahlreiche namhafte Kunden im Lebensmittelbereich.

Bildnachweis: Fotolia
 
 











































   
 
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