Warum sollen wir regelmäßig einen Schädlingsbekämpfer ins Haus kommen lassen? Wir sehen doch gar kein Ungeziefer!
Die meisten Ungezieferarten sind nachtaktiv. Das heißt, dass sie meist erst zum Vorschein treten, wenn sich niemand mehr im Objekt befindet. Das Ungeziefer zieht sich in Verstecke zurück und bleibt dort meist lange Zeit unentdeckt. Hier ist der Jagdinstinkt des Schädlingsbekämpfers gefragt. Zum einen zeigt ihm sein geschultes Auge, wo die Verstecke und Aufenthaltsorte des Ungeziefers zu finden sind. Zum anderen platziert er seine Überwachungsinstrumente (Monitoringsysteme) in der Tiefe - an warmen, ruhigen Plätzen mit optimaler Luftfeuchtigkeit. Genau an den Stellen, wo sich das Ungeziefer gerne auffällt. Diese Vorgehensweise erfordert Kompetenz, Sachkenntnis und vor allem Erfahrung. Bleibt ein Schädlingsbefall über längere Zeit unentdeckt, können sich die Schädlinge über die Transport- und Warenverteilsysteme im gesamten Objekt verteilen, ausbreiten und immensen Schaden anrichten.
Wir haben bereits einen Schädlingsbekämpfer. Woher weiß ich, dass er die gesetzlichen Bestimmungen einhält und gemäß Stand der Technik vorgeht?
Wer Schädlingsbekämpfung (i.S.d. GefStoffV) für andere oder mehr als "gelegentlich" und nicht nur in geringem Umfang" im eigenen Lebensmittelbetrieb oder Gemeinschaftseinrichtungen durchführen will, muss sachkundig sein. Die Sachkunde kann über zwei Wege erworben werden: Sachkundelehrgänge nach Gefahrstoffverordnung/TRGS 523 mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder durch die Lehrabschlussprüfung (Bundesgesetzblatt Teil I S. 1638 vom 20.Juli 2004). Um stets nach dem aktuellen Stand der Technik zu arbeiten, sollten die erworbenen Kenntnisse regelmäßig aufgefrischt werden. Deswegen sollte sich der Schädlingsbekämpfer in regelmäßigen Abständen fortbilden und informieren. Fordern Sie deshalb regelmäßig Sachkunde- und Schulungsnachweise Ihres Schädlingsbekämpfers an.
Kann ich von einer Schädlingsbekämpfung auch mehr erwarten, als nur den Einsatz der "Chemischen Keule"?
Schädlingsbekämpfung ist weit mehr als nur die Bekämpfung vorhandener Schädlinge. Unter der professionellen Schädlingsbekämpfung ist die Gesamtheit aller Maßnahmen zu verstehen, durch die eine nachteilige Beeinflussung der Lebensmittel durch Schädlinge vermieden wird. Gemäß der DIN 10523 umfasst die Schädlingsbekämpfung die Prävention, Befallsermittlung, Bekämpfung und Dokumentation.
Welche Gesetze müssen bei der Schädlingsbekämpfung beachtet werden?
Schädlingsbekämpfung ist eine sehr komplexe Tätigkeit. Sie muss so durchgeführt werden, dass eine nachteilige Beeinflussung von Lebensmitteln, Räumlichkeiten und Personen auszuschließen ist. Das bedeutet, dass die Vorgaben und Empfehlungen zum Arbeitsschutz, zum Lebensmittelrecht und auch die tierschutzrechtlichen Vorschriften einzuhalten sind. Die wichtigsten Vorgaben ergeben sich aus der Gefahrstoffverordung (GefStoffV), Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), Chemikaliengesetz (ChemG), Verordnung über Lebensmittelhygiene Nr. 852/2004 und Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) u.a..